Immobilienwirtschaft: Gebaute Welt für Menschen von morgen

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Schweden erlebt überraschend Immobilienpreisrückgang

Deutschland erlebt eine Hochkonjunktur, in dessen Folge auf Grund der besonderen Marktfaktoren die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren weit über das bisher übliche Maß gestiegen sind. Ob und wie lange sich diese Entwicklung noch fortsetzt, ist ungewiss. Wie es sich aber anfühlt, wenn die Immobilienpreise nach einer langen Phase des Aufschwungs sinken, kann man derzeit am Beispiel Schweden beobachten.

Immobilieneigentum bildet in Schweden seit jeher eine wichtige Basis des Vermögensaufbaus. Anders als bei einer Anlage in Aktien bekommt der Immobilieneigentümer aber keinen regelmäßigen Überblick über seinen Vermögenszuwachs. In Schweden ist es daher üblich geworden, dass sich die Eigentümer regelmäßig über das Internet-Immobilienportal Hemnet.se informieren.

Dieses Portal liefert Informationen, die weit über das hinausgehen, was in Deutschland üblich ist. Es listet beispielsweise auf, welche Immobilien an welchem Ort zu welchem Preis verkauft wurden. Für die verschiedenen Wohnviertel werden die durchschnittlichen Quadratmeterpreise angegeben, die es mit zusätzlichen Angaben und der Hilfe eines Preisrechners ermöglichen, den Wert der eigenen Wohnung zu schätzen. Die Schweden sind relativ offen in der Verbreitung allgemeiner Personendaten. Sie scheuen sich nicht anzugeben, wie viel jemand verdient, wie viele Millionäre in der Nachbarschaft wohnen oder wie viel Steuern diese zahlen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten waren die Berechnungen des Immobilienwertes immer erfreulich. Die schwedischen Wohnungspreise stiegen auf ein ungeahnt hohes Niveau. In Stockholm kostete der Quadratmeter Wohnfläche mit 9.000 Euro 2016 doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

Die Stockholmer rechneten sich an Hand der zur Verfügung stehenden Daten reich. Doch damit ist seit diesem Jahr Schluss. Die Immobilienpreise steigen nicht mehr, sind in einigen Vierteln sogar spürbar gesunken und zwar innerhalb von drei Monaten um fünf Prozent. Viele reden auch öffentlich darüber, machen sich Gedanken und haben allen Grund dazu, denn in Schweden ist für den Immobilienkauf nur wenig Eigenkapital erforderlich, die Tilgung kann lange ausgesetzt werden und die Finanzierungssumme kann den Immobilienwert übersteigen. Wer in dieser Phase verkaufen muss, kann viel Geld verlieren.

Sorgen Sie vor, damit der Winter kommen kann

Der Winter hat seine besonderen Reize, die nur genießen kann, wer sich durch Dunkelheit und Kälte nicht eingeschränkt fühlt. Mieter und Eigentümer können selbst vorsorgen, damit die angenehmen Seiten des Winters überwiegen.

Eine gut funktionierende Heizung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Bewohner und Haus keinen Schaden nehmen durch Kälte. Die Wartung des Heizkessels sollte ein Techniker durchführen, der die Einstellungen optimiert und damit gleichzeitig für einen geringen Energieverbrauch und Behaglichkeit sorgt. Kleinere Maßnahmen können Eigentümer oder Bewohner jedoch auch ohne spezielles Fachwissen durchführen, beispielsweise die Entlüftung der Heizung. Überschüssige Luft im Heizkörper verhindert, dass er optimal Wärme abgeben kann. Nach dem Entlüften sollte der Wasserdruck der Anlage geprüft und unter Umständen Wasser nachgefüllt werden.

Richtiges Heizen und Lüften sorgt für ein angenehmes Raumklima und verhindert die Schimmelbildung. Als Faustregel gilt, dass in einem beheizten Wohnraum 18 bis 21 Grad bei 45 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen sollten. Im Schlafzimmer können es ein paar Grad weniger sein. Wichtig ist eine gute Luftzirkulation. Heizkörper dürfen nicht durch Möbel verstellt oder Vorhänge verdeckt sein. Das Umweltbundesamt empfiehlt, mehrmals am Tag die Raumluft durch Lüften auszutauschen.

Im Winter müssen sich Eigentümer auch um die Verkehrssicherungspflichten kümmern. Städte und Gemeinden haben dafür jeweils eigene Satzungen, die regeln, in welchem Umfang diese Pflichten bei Schnee und Eis zu erfüllen sind. Die Verantwortung dafür hat der Immobilieneigentümer oder der Eigentümergemeinschaft, die diese Pflicht auf Mieter abwälzen können. Grundsätzlich gilt, dass Bürgersteige, der Hauseingang und Wege zu wichtigen Hauseinrichtung, etwa zu den Mülltonnen, verkehrssicher sein müssen. Schnee und Eis müssen in der Regel werktags zwischen sieben und 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zwischen neun und 20 Uhr beseitigt werden, das kann bei entsprechender Witterung mehrmals am Tag sein. Beauftragt ein Eigentümer einen professionellen Winterdienst, hat er als Auftraggeber weiterhin eine Kontrollpflicht.

Rückblick 2017 – Ausblick 2018

  • Das vergangene Jahr war ein Immobilien-Boom-Jahr. Zu Beginn des Jahres war das Thema Immobilienblase virulent, wurde aber über das ganze Jahr 2017 nicht akut. Inzwischen überlegen immer mehr Menschen, ob sie die hohen Immobilienpreisen noch bezahlen oder besser an den Stadtrand ausweichen sollen.
  • Die hohe Wohnungsnachfrage wird auch im neuen Jahr für angespannte Wohnungsmärkte in allen Metropolen sorgen. Ein Viertel aller Deutschen ist mittlerweile davon betroffen.
  • Die von der Politik eingeführte Mietpreisbremse konnte keine hinreichende Wirkung entfalten. Sie ist unwirksam, entschied das Amtsgericht in Hamburg Altona, ein Amtsgericht in München hält sie für nichtig und das Landgericht Berlin erklärte sie sogar für verfassungswidrig.
  • Der Bundesgerichtshof sprach wegweisende Urteile: Er bestätigte die Rechtmäßigkeit der Eigenbedarfskündigung durch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts sowie die Frist zur Geltendmachung einer Nachforderung von Betriebskosten des Vermieters an den Mieter; er präzisierte gleich in mehreren Urteilen die Gründe für die Eigenbedarfskündigung; er fällte mehrere Urteile zu Schönheitsreparaturen, nach denen die Übertragung dieser Pflicht auf den Mieter nahezu ausgeschlossen ist; er entschied, dass Schriftformheilungsklauseln in Mietverträgen grundsätzlich unwirksam sind.
  • Ende Juni verabschiedete der Bundestag ein neues Gesetz, das die Berufszulassung für Immobilienverwalter und Immobilienmakler regelt. Vielen Aktiven in der Immobilienwirtschaft geht das Gesetz noch nicht weit genug, aber es ist immerhin ein Anfang, der die Berufsanerkennung und -qualifizierung verbessert.
  • Die niedrigen Zinsen haben im ganzen Jahr 2017 den Boom in der Immobilienwirtschaft begünstigt. Immer wieder prophezeiten Insider eine baldige Änderung der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, doch bis heute fehlen dazu echte Signale.
  • Ein Wermutstropfen sind die Baugenehmigungszahlen. Sie sind in jedem Quartal gesunken statt zu steigen und werden sich auf die zukünftigen Baufertigstellungen auswirken. Das ist fatal, denn der Neubau gilt als einziges Mittel gegen die Wohnungsknappheit.
Zukunft: Co-Working und Co-Living

Überall liest und hört man seit einiger Zeit von neuen Projekten, die unter dem Oberbegriff Co-Working und Co-Living zusammengefasst werden können. In der Immobilienwirtschaft war es bisher selbstverständlich, dass Gebäude nach der jeweils gewünschten Nutzung geplant und gebaut wurden. Auf diese Weise entstanden entweder Wohnungen oder Büros, Einkaufszentren oder Industriegebäude. Bis jetzt ist es noch überwiegend so, dass diese Gebäude in eigens dafür ausgewiesenen Wohn-, Gewerbe- oder Industriegebieten errichtet werden. Dieses Denken weicht jetzt auf.

London, die europäische Stadt mit den exorbitant hohen Immobilienpreisen und Mieten, ist dafür ein gutes Beispiel. Das Start-up "The Collective" betreibt in Großbritannien gleich mehrere kollektive Wohnprojekte, deren Bewohner nicht nur unter einem Dach leben, sondern auch zusammen arbeiten wollen. Diese neue Lebensform beschreibt einen Trend, der auch eine Folge der zunehmenden Individualisierung, Flexibilisierung und Komplexität ist.

Die Menschen wünschen sich individuellen Freiraum, wollen aber nicht allein sein, sie stellen Ansprüche an die Wohnausstattung, möchten aber nicht mehr alles selbst regeln, sie wollen Service nach Bedarf, bevorzugen kurze Wege und möchten die Raumgröße den wechselnden Bedürfnissen anpassen können.

Das Besondere: Diese Aussagen gelten für alle Generationen und für verschiedene Nutzungen und Lebensstile. Die Grenzen zwischen Leben und Arbeiten verschwimmen. Es gibt bereits einige erfolgversprechende Projekte, die einige dieser Wünsche aufnehmen und sie auf verschiedene Weise umsetzen. Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg – auch in diesem Bereich Pionier – baut derzeit einen neuen Stadtteil mit 1.500 Luxuswohnungen für seine IT-Spezialisten. Deren zukünftiger Arbeitsplatz ist genauso schnell zu erreichen wie Supermarkt, Apotheke, Sporteinrichtungen, Restaurants und Bars.

Immobilien- und Stadtentwickler stehen auch hierzulande in den Startlöchern, aber derzeit noch vor vielen planungsrechtlichen Hürden. In Berlin will Alexander Skora, Inhaber von Fantastic Mr. Fox Ventures dessen ungeachtet innovativen Existenzgründern nicht nur eine Startfinanzierung, sondern zusätzlich Co-Working und Co-Living-Space zur Verfügung stellen.

Wärme braucht der Mensch: Kosten im Blick behalten

Meteorologen wollen sich meistens nicht auf eine Prognose für den nächsten Winter festlegen. Der aktuelle Temperaturmittelwert lag im November 2017 etwa 1,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Britische Klimaforscher haben dagegen für Europa in diesem Jahr einen Jahrhundertwinter angekündigt. Wie dem auch sei – das Wetter beeinflusst die Kosten für die Wärmeversorgung.

Im Jahr 2016 stellten die Netzbetreiber rund 162 Terawattstunden (TWh) Wärme zur Verfügung, das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ging im Wesentlichen auf den höheren Wärmebedarf der privaten Haushalte zurück. Wichtigste Energieträger waren Erdgas mit 45 Prozent, Steinkohle mit Prozent 22 Prozent und Abfall mit 15 Prozent. Der Anteil von erneuerbaren Energien hat sich in den vergangenen Jahren von drei auf acht Prozent mehr als verdoppelt.

Bei den Letztverbrauchern wurden 48 TWh an die Industrie, 51 TWh an private Haushalte sowie 22 TWh an sonstige Letztverbraucher abgegeben. Innerhalb der Gruppe der Letztverbraucher hatten im Jahr 2016 die privaten Haushalte mit einem Plus von 9,4 Prozent den größten Anstieg beim Wärmebezug.

Dass die deutschen Privathaushalte im Jahr 2016 trotzdem sechs Prozent weniger für Heizkosten ausgegeben haben als im Vorjahr, obwohl sie mehr Heizenergie verbraucht haben, liegt daran, dass gleichzeitig die Preise für Heizöl und Gas im Schnitt um acht Prozent zurückgingen.

Wer zuverlässig Heizkosten sparen will, kommt an Maßnahmen zur Energieeinsparung nicht vorbei. Einen neuen Weg, Kosten zu sparen, empfiehlt das Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden. In einem aktuellen Gutachten hat es ermittelt, dass der Energieverbrauch durch die Digitalisierung der Heiztechnik um bis zu 15 Prozent reduziert und gleichzeitig ein Komfortgewinn erzielt werden kann. Denn mit einer intelligenten Steuerung läuft die Heizung regelmäßig im optimalen Bereich. Die digitale Heizung bindet Wetterprognosen mit ein und erkennt automatisch, ob jemand zuhause ist. Außerdem speichert sie die Gewohnheiten der Bewohner und stellt sich darauf ein, ohne dass dies programmiert werden müsste. Viele Bestandsheizungen lassen sich mit einfachen Plug-and-Play-Lösungen nachrüsten.

Jeder Deutsche nutzt 618 Quadratmeter öffentliche Fläche

In Zeiten des Baubooms schauen viele umweltbewusste Bürger besorgt auf den Flächenverbrauch. Dabei hat sich das Bundesministerium für Umwelt und Bau auf die Fahnen geschrieben, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag verringern. Derzeit werden noch täglich rund 66 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen, dies entspricht ca. 94 Fußballfeldern.

Jeder Einwohner in Deutschland beansprucht rein rechnerisch 618 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsfläche, teilt das Statistische Bundesamt mit, das sind insgesamt 50.799 Quadratkilometer oder 14 Prozent der gesamten Bodenfläche.

Bei der Siedlungsfläche (32.770 Quadratkilometer) entfällt der größte Anteil mit 42 Prozent auf die Wohnbaufläche, gefolgt von Flächen für Industrie und Gewerbe (18 Prozent). Rund 15 Prozent der Flächen dienen Sport, Freizeit und Erholung. Die Flächen für Verkehr (18.029 Quadratkilometer) umfassen ganz überwiegend Flächen für Straßen und Wege.

Naturgemäß nimmt die Fläche für Siedlung und Verkehr pro Person mit steigender Bevölkerungsdichte ab. Kleine Gemeinden "verbrauchen" mehr Fläche je Einwohner als Großstädte. Während eine Gemeinde unter 2.000 Einwohner im Durchschnitt 1.545 Quadratmeter "verbraucht", sind es bei Städten über 500.000 Einwohner lediglich 219 Quadratmeter. Das ist ein gutes Argument für das Wohnen in der Stadt.

Zu bedenken ist, dass die Siedlungs- und Verkehrsfläche nicht gleichzusetzen mit "versiegelter Fläche", da auch unbebaute und nicht versiegelte Flächen dazu zählen wie zum Beispiel Flächen für Sport, Freizeit und Erholung.

Als Mittel zur Reduzierung des Flächenverbrauchs nennt das Ministerium eine nachhaltige Siedlungsentwicklung nach dem Prinzip "innen vor außen". Statt des Neubaus auf der "grünen Wiese" soll erst die Innenentwicklung geprüft werden. Trotz der vielen ökologischen und städtebaulichen Vorteile und dringender benötigter Wohnungen stößt das Thema Nachverdichtung in den Städten bei den Bürgern nicht überall auf Wohlwollen.

Umfrage: Wohneigentum macht europaweit zufrieden

Für alle europäischen Länder gilt: Leben im Eigentum ist zufriedenstellender als Wohnen zur Miete. In einer Umfrage unter 13.000 Verbrauchern durch die Ing-Diba heißt es: "In allen Ländern unserer Umfrage erfreut sich Wohneigentum einer großen Beliebtheit. Überall gibt es mehr Mieter, die lieber im Eigentum leben würden, als Eigentümer, die ein Mieterdasein vorziehen würden".

Das trifft auch auf Deutschland zu. Doch gleichzeitig bildet Deutschland eine Ausnahme. In der Umfrage wurden Mieter befragt, ob sie lieber im Eigentum wohnen und Eigentümer, ob sie lieber zur Miete wohnen würden. Europas Mieter antworteten übereinstimmend zu rund 60 Prozent: "Ich miete, wäre aber gerne Eigentümer". In Deutschland ist das anders, hierzulande stimmt mit 51 Prozent nur eine knappe Mehrheit dieser Aussage zu. Im umgekehrten Fall sagen lediglich zehn bzw. elf Prozent der Befragten: "Ich bin Eigentümer, würde aber gerne mieten".

Das mag zum Teil daran liegen, dass 56 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass sie sich kein Wohneigentum leisten können. Gemeinsam mit Großbritannien liegt dieser Wert an der Spitze der Umfrageländer.

Aber es gibt auch noch andere Besonderheiten: Der hohe Anteil der Mieter in Deutschland hat Tradition. Während laut Institut für Städtebau in Spanien rund 85 Prozent der Haushalte Wohneigentum besitzen, in Italien, Norwegen und Polen 77 Prozent und in Portugal 76 Prozent, sind es in Deutschland nur 46 Prozent.

Ein Grund dafür ist der – sogar in angespannten Zeiten – funktionierende Mietmarkt in Verbindung mit einer Mietgesetzgebung, die seit Jahrzehnten für den Ausgleich der Interessen von Mietern und Vermietern eintritt. Das ist längst nicht in allen europäischen Ländern so. Ein weiterer Grund liegt in der Geschichte des sozialen Wohnungsbaus und der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg.

Vor diesem Hintergrund bleibt es erstaunlich, dass die Deutschen nicht etwa deshalb zur Miete wohnen, weil es bequem ist, wenn sich der Vermieter um das Haus kümmert, oder weil Mieten mehr Flexibilität verspricht, sondern weil sie glauben, sich kein Eigentum leisten zu können. Denn nach einer alten Volksweisheit zahlt jeder im Laufe seines Lebens eine Wohnung ab, entweder seine eigene oder die des Vermieters.

Reichtum: Immobilien fördern den Vermögensaufbau

Das gesamte Vermögen der Welt wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um sechs Prozent auf 280 Billionen Dollar, teilt Credit Suisse mit. Das war die schnellste Vermögensbildung seit 2012. Zum jetzigen Zeitpunkt besitzt das wohlhabendste ein Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte, nämlich 50,1 Prozent, des weltweiten Reichtums. Im Jahr 2001 waren es noch 45,5 Prozent.

Mehr als die Hälfte des neuen Reichtums in Höhe von 16,7 Billionen Dollar entfiel auf die USA, die um 8,5 Billionen Dollar reicher wurden. Die USA sind damit weiterhin das Land der Millionäre. Dort besitzen 15,3 Millionen Menschen ein Vermögen von mindestens eine Million Dollar. Japan folgt mit 2,7 Millionen Millionären an zweiter Stelle, das Vereinigte Königreich steht mit 2,2 Millionen an dritter Stelle.

In Deutschland sind die Privatvermögen sehr ungleich verteilt. Insgesamt besitzen laut Untersuchung der Hans Böckler Stiftung die wohlhabendsten zehn Prozent der Haushalte zusammen etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens. Die unteren 20 Prozent besitzen gar kein Vermögen. Wer ein Vermögen von mehr als 722.000 Euro besitzt, gehört in Deutschland zu den oberen fünf Prozent. Zum Vermögen zählen Immobilien, Unternehmen, Schmuck, Autos, Wertpapiere und Aktien. Laut Bundesbank besitzt der Durchschnittsdeutsche 214.500 Euro.

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln sind die Vermögen in Deutschland und Österreich ähnlich stark konzentriert, das heißt ziemlich ungleich verteilt sind. Frankreich, Italien und Spanien haben eine ausgeglichenere Verteilung. In vielen europäischen Ländern verfügen die Einwohner über deutlich mehr Vermögen als in Deutschland. Der Hauptgrund für das schlechte Abschneiden Deutschlands ist der geringe Immobilienbesitz. Mehr als die Hälfte des Vermögens in der Eurozone besteht aus Immobilien. Während Deutschland ein Land der Mieter ist, besitzen beispielsweise in Ländern wie Spanien mehr als 80 Prozent der Haushalte ein Haus oder eine Wohnung, in Deutschland sind es weniger als 50 Prozent.

Gewerbliche Vermietung: Schriftformheilungsklausel immer unwirksam

Mietverträge mit einer festen Laufzeit von mehr als einem Jahr müssen nach § 550 BGB schriftlich abgeschlossen werden, anderenfalls ist der Mietvertrag zwar gültig, gilt aber für unbestimmte Zeit und kann deshalb jederzeit mit ordentlicher Frist gekündigt werden. Alle wesentlichen Vertragsbedingungen wie Mietgegenstand, Miethöhe, Dauer und Parteien des Mietverhältnisses müssen sich aus einer von beiden Parteien unterzeichneten Urkunde ergeben.

In der Praxis halten viele langfristige Mietverträge die Schriftform nicht ein und sind dann vorzeitig kündbar. Um dem entgegenzuwirken, werden häufig sogenannte Schriftformheilungsklauseln vereinbart. Darin verpflichten sich die Parteien, etwaige Mängel der Schriftform zu beheben und den Mietvertrag nicht unter Berufung auf diese Mängel vorzeitig zu kündigen. Die Rechtsprechung hielt solche Klauseln in der Vergangenheit meistens für wirksam.

Überraschend hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt anders entschieden (BGH, 27.09.2017, XII ZR 114/16). Danach sind die in gewerblichen Mietverträgen verbreiteten Schriftformheilungsklauseln stets unwirksam – egal ob formularvertraglich oder individuell vereinbart – weil sie nicht mit § 550 BGB vereinbar sind. Bei der Vorschrift des § 550 BGB handle es sich um zwingendes Recht. Eine Schriftformheilungsklausel würde die vom Gesetzgeber gewollte Rechtsfolge – ordentliche Kündigungsmöglichkeit bei Verletzung der Schriftform – in unzulässiger Weise umgehen.

Damit ist eine der im Gewerbemietrecht umstrittensten Fragen geklärt. Eine Schriftformheilungsklausel steht einer ordentlichen Kündigung nun nicht mehr entgegen. Gewerbemieter und -vermieter sollten darauf zu achten, möglichst jede Nebenabrede schriftformkonform festzuhalten. Eine Kündigung kann allerdings weiterhin, so wie auch im vorliegenden Fall, wegen Verstoßes gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB) unwirksam sein. Es verstößt gegen Treu und Glauben, wenn eine Mietvertragspartei eine nachträglich getroffene Abrede, die lediglich für sie selbst vorteilhaft ist, allein deshalb, weil sie nicht die schriftliche Form wahrt, zum Anlass nimmt, um sich von einem lästig gewordenen langfristigen Mietvertrag zu lösen.

Immobilienpreise: Häuser nur marginal teurer

Die Preise für Wohnimmobilien unterscheiden sich von Region zu Region aber auch von Immobilientyp zu Immobilientyp. Die Entwicklung der Preise in den westlichen Metropolregionen Deutschlands zeigen exemplarisch den Trend an, gelten aber nicht bundesweit. Käufer müssen laut Auswertung der Daten aus der Trendanalyse fast überall in Deutschland von Quartal zu Quartal etwas mehr ausgeben, aber die Preiskurve für Häuser flacht im dritten Quartal 2017 ab.

So sind beispielsweise in Düsseldorf die Preise für die eigenen vier Wände insgesamt vergleichsweise hoch. Besonders für Wohnungen werden immer höhere Kaufpreise gezahlt. Diese Preisentwicklung beruht in Düsseldorf jedoch unter anderem auf den Preisen für einige prestigeträchtige Neubauprojekte. Auffällig ist, dass die Preise für Häuser deutlich langsamer steigen als für Wohnungen. Im Vergleich zum vorigen Quartal liegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im dritten Quartal mit plus 0,43 Prozent und einem fast identischen Medianpreis von plus ein Euro pro Quadratmeter nur geringfügig höher. Wohnungen kosten hingegen 2,58 Prozent mehr als im zweiten Quartal, der gezahlte mittlere Preis beträgt rund 100 Euro pro Quadratmeter mehr.

Köln ist das Beispiel dafür, dass Hauspreise auch sinken können. In der Rheinmetropole steigen im Vergleich zum vorigen Quartal die Preise für Eigentumswohnungen um 2,22 Prozent, während sie für Ein- und Zweifamilienhäuser zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren mit minus 0,51 Prozent leicht sinken. Im Jahresvergleich fällt die unterschiedliche Preisentwicklung deutlicher aus: Wohnungen kosten 13,49 Prozent mehr, Häuser 9,28 Prozent.

Auch in Dortmund steigen die Wohnungspreise mit 3,55 Prozent deutlicher als die Hauspreise – diese gehen lediglich um 0,48 Prozent nach oben. Noch bleibt die Metropolregion die einzige, in der Eigentumswohnungen günstiger sind als Ein- und Zweifamilienhäuser – aber der Abstand schrumpft.

Das Beispiel dieser drei Städte macht die unterschiedliche Entwicklung der Immobilientypen sichtbar.

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